Fast doppelt so viele Frauen wie Männer leiden unter Burnout. Eine erschreckende Statistik. Woher kommt das?

Wir Frauen haben unbeschreiblich viel Kraft, emotional und körperlich. Ist es nicht paradox, dass gerade die Frauen häufiger unter Burnout leiden als Männer? Dieser Frage hat sich Rosina Sonnenschmidt gestellt und wie ich finde, wunderbar beantwortet. Ja, es ist paradox.

 

Burnout, weil wir den Kontakt zu uns verlieren?

Aus meiner Sicht verlieren wir Frauen den Kontakt zu uns selbst, weil wir zu viel von uns selbst erwarten.

Dazu zähle ich den Perfektionismus genauso wie das nicht Nein-sagen-können oder auch das Helfer-Syndrom. Pausen gönnen wir uns nicht, denn dann meldet sich das schlechte Gewissen.

Überhaupt Zeit nehmen, um den angestauten Stress zu bewältigen, kennen Frauen nicht. Eine geeignete Stressbewältigungsstrategie ist ihnen nicht bekannt.

Frauen, die schon mal am Tiefpunkt waren, wissen, dass sie sich um sich selbst genauso gut kümmern müssen, wie um ihre Kinder, ihre Familie, den Haushalt und die Harmonie innerhalb der Familie. Sie wissen, dass sie sich selbst für ihre Erfolge loben dürfen. Sie kennen ihre Grenzen vielleicht etwas besser als zuvor und akzeptieren leichter, dass sie manchmal eine Pause brauchen.

 

Wann geben Frauen zu, dass sie nicht mehr können?

Wenn es zu spät ist! Wenn sie keine Kraft mehr haben, weder emotional noch körperlich.

Meistens steht der Zusammenbruch im direkten Zusammenhang mit einem äußeren Erlebnis. Denn ich bin der Meinung, dass ein Burnout nicht nur Erschöpfung bedeutet, sondern noch das i-Tüpfelchen dazu gehört.

Klar bin ich im Burnout vollkommen erschöpft. Körperlich und seelisch. Aber der Auslöser zum totalen Zusammenbruch ist eine Situation die von Außen kommt, kein selbstgewähltes Schicksal. Zum Beispiel eine lebensbedrohliche Erkrankung des Kindes oder der Verlust eines Familienmitgliedes, ein Pflegefall oder ein Betrug oder anderes.

Schon vor einem solchen Vorfall kommt es fast nie vor, dass Frauen an sich denken. Zuerst die anderen, dann der Job, dann der Haushalt, dann der Garten und irgendwann an letzter Stelle, stehen sie selbst. An letzter Stelle ist oft keine Zeit mehr zwischen schlafen und machen.

In einer solchen unerwarteten Situation ist dann absolut keine Zeit mehr, um mal durchzuatmen. Das eigene Ich wird vollkommen zurückgestellt. Ungewollt und gezwungen. Sie werden in eine „Rolle“ gezwungen, die sie selbst nie wollten.

 

Burnout? Nein. Das wird schon wieder.

Schon während sich Frauen erschöpft fühlen, gehen sie mit dem Gedanken ins Bett: Das wird schon wieder.

Die Nächte werden immer häufiger schlaflos. Die ersten körperlichen Beschwerden zeigen sich und trotzdem sagen wir Frauen uns „Das wird schon wieder“.

Wie denn, wenn sich nichts ändert? Still und heimlich leiden wir vor uns hin.

 

Das i-Tüpfelchen zum Burnout

Das i-Tüpfelchen zu meinem Burnout hat mich mit voller Wucht getroffen. Mein Kind wurde krank, sterbenskrank.

Jetzt musste ich all meine Energiereserven mobilisieren. Ich zählte nicht, meine Gesundheit zählte nicht. Ich wollte nur, das er überlebt. 9 Monate lang habe ich kaum ein Auge zugemacht.

Ich fing irgendwann an, meine Familie für mein Leiden verantwortlich zu machen. Ich brauchte einen Schuldigen. Sie haben es ertragen, weil sie wussten, dass ich ausgebrannt war.

Als es dem Kleinen wieder einigermaßen gut ging, brach ich zusammen. Hörsturz, Nervenzusammenbruch… Ich war körperlich und seelisch ein Wrack. Weinend schleppte ich mich durch die Tage und wünschte mir jede Nacht, dass sie doch endlich zu Ende wäre.

Vor der Erkrankung meines Kindes war ich Perfektionistin mit Helfer-Syndrom und unfähig Nein zu sagen. Keine Pausen, keine Auszeiten.

Still sitzen und Ruhe genießen? Ich musste mich zwingen, aber wirklich meinen Kopf abschalten wollte ich nicht. Warum? Was war der Grund? Wovor hatte ich Angst?

Ich habe mich also selbst erschöpft. Den Grund etwas zu ändern, habe ich nie gesehen, weil ich aus meinem Beruf immer wieder neue Kraft zog. Trotzdem kam ich nie auf ein Hoch. Die körperliche und seelische Kraft war schon niedrig, bevor die Erkrankung meines Sohnes in unser Leben platzte. Vielleicht wäre es nie zu einem Nervenzusammenbruch gekommen, wenn ich vorher erkannt hätte, wie grenzenlos ich mich meinem selbstgewählten Stress aussetze.

Hätte, wenn und aber spielt jetzt keine Rolle mehr! Denn wichtig ist, wie wir Frauen es schaffen können, weniger unter selbstgemachtem Stress zu leiden und uns zu erlauben einen Gang runter zu schalten. 80 Prozent reichen nämlich meistens aus. Denn eines darfst du wissen: Deine 80 Prozent sind für ganz viele Menschen 100 Prozent.

In meinem kostenfreien Webinar zeige ich dir, wie ich es geschafft habe, meinen Burnout selbst zu behandeln und wieder ein kraftvolles und glückliches Leben zu führen. Hier kannst du dich anmelden.

Über die Autorin:

Kerstin Böcker ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnosetherapeutin und Bachelor of Arts in Fitnessökonomie.

Du fragst dich, ob du unter Burnout leiden könntest? Hier findest du eine Checkliste, um das herauszufinden.

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